Praktisch vs. modisch – ein vermeintlicher Widerspruch

Bild1Mein letzter Blogeintrag endete mit den Fragen: „Soviel Aufwand jeden Tag?“ – „Für wen denn?“ -„Das ist aber ganz schön unpraktisch.“ – „Immer dieser Aufwand um die Klamotten, die sollen mich warm halten und sonst nix.“ und viele mehr.
Klar, wenn jemand der praktische Typ ist, der sich am wohlsten fühlt in Wanderstiefeln und Funktionskleidung, in Hosen und Jacken mit tausenderlei Taschen, auf dem Rücken ein Rucksack, dann nur zu, wenn es der inneren Wahrheit entspricht.

Für die anderen, die sich noch so kleiden, dies aber nicht mehr wollen und die mich des öfteren (ich schwör, mir passiert es häufig!) dann fragen, wo ich meine Kleidung kaufe und wie ich das hinkriege mit dem Styling, für die versuche ich mal, Alternativen aufzuzeigen.

Das Praktische und das Modische müssen sich ja nicht ausschließen. Ich gebe zu, dass es bequem sein kann, alles, was Frau so mit sich herum trägt, direkt am Körper in Hosen- oder Jackentaschen bei sich zu haben. Aber ist das modisch? Macht das bella figura? Würde eine Italienerin, eine Spanierin oder eine Französin sich in Funktionskleidung in der Öffentlichkeit zeigen? Wahrscheinlich nicht, aber diese Damen kommen aus Gesellschaften, in denen eine andere Kleidungskultur herrscht als hierzulande. Was im übrigen gar nichts über die eine oder andere Kultur sagt, außer, dass sie sich eben unterscheiden.

Viel wichtiger scheint mir zu sein, was hinter dieser (Un-)Kultur steht, und ich will mal ein wenig spekulieren.

Vermutlich ist das Praktische in der deutschen Seele genetisch verankert. Andere Nationen lieben uns dafür.
Frauen meiner Generation sind vielfach von Müttern erzogen worden, denen noch das Bild von der deutschen Frau, die sich nicht schminkt und allzeit zum praktischen Anpacken in allen Lebenslagen eingebleut wurde.
Gab es in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Frauenbewegung, die sich in Deutschland leider oft an Äußerlichkeiten manifestierte – (lila) Latzhosen, Schlabberkleidung, Opahemden, kein Make-up, keine Frisur. Wer sich da nicht einreihen wollte, galt als verdächtig.

Das Konglomerat aus allem ergibt wohl das Bild der deutschen Frau, wie ich es zuhauf sehe: praktische Kurzhaarfrisur, funktionelle Kleidung, kein Make-up, gesunde Schuhe.

Dabei gibt es hübsche Schuhe von Birkenstock. Ich besitze welche. Es gibt funktionelle Kleidung, die nicht in den Farben kreischgrün, knallorange oder beigebraungrau daherkommt. Und ein wenig Make-up kann viel bewirken, ohne „angemalt“ auszusehen.

So sah ich z.B. aus, als ich neulich (es war kalt, windig und nieselte etwas) einen Tag an der Nordsee Bild2verbrachte.

Wasserdichte Blumenstiefel (H&M), Strumpfhose und Thermoleggings, Unterkleid (Cream), Kleid (kik), Cardigan (Primark), Schal (Primark). Darüber kam noch eine dunkelblaue Wachsjacke ….. jaaaaa, ich weiß, die ist streng genommen auch Funktionskleidung, aber zu perfekt macht lieben Gott böse. Es war mir nicht kalt, im Gegenteil.

Was will ich sagen? Seid es euch wert, ein wenig Zeit in euer Äußeres zu investieren. Nicht, weil ihr jemand anderem damit gefallen sollt, sondern damit ihr euch selbst Zeit widmet, euch genau anzuschauen, eure Stärken zu finden, euer Markenzeichen zu entwickeln und eurem Körper mindestens so viel Aufmerksamkeit und liebevolle Zuwendung angedeihen zu lassen, wie eine Mutter ihren Kindern.

Deshalb, liebe Leserinnen – packt die Wander- und die Glitzersocke in Rucksack und Handtäschchen. Zeigt nicht nur eine Seite, sondern zeigt alle Facetten. Tragt Blumen im Haar und Sonne im Herzen. Und immer dran denken: Das, was du ausstrahlst, das ziehst du an dich heran.

 

bild3

 

Viele Grüße
FrauHein

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Mein Name ist Edda, ich bin 57 Jahre alt und man sagt mir ein Händchen für Styling nach. Da ich gerne mit Menschen zu tun habe, hätte ich Lust, hier Stylingtipps und allerlei Praktisches/Faktisches im Zusammenhang mit Mode und Style aufzuschreiben.
My name is Edda, I was born 57 years ago and I am told that I have a great style. I like to be with people and my idea is to use this blog to give all kinds of practical/factual information regarding fashion and style.
Du findest mich auch hier / You can also find me here:
Praktisch vs. modisch – ein vermeintlicher Widerspruch was last modified: April 29th, 2015 by Edda Hein

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